nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Montag, 19. Februar 2018

februarliebe

ich habe bestimmt schon über jede jahreszeit und auch über etliche monate hier eine liebeserklärung geschrieben, jedesmal in der festen überzeugung, es ganz wirklich ernst zu meinen.

aber diese beiden wochen im februar, wenn die dämmerung am morgen in meine aufstehzeit fällt und am abend den nachmittag beendet, diese blauen stunden, in denen das klare winterlicht am knatsch- oder auch sanftblauen himmel langsam zu leuchten beginnt oder schwindet, die eiseskälte bringen und manchmal schnee, erste kranichzüge, zart anschwellende knospen an den ästen, schneeglöckchen und kornelkirschblüten, wenn die sonne wieder über die dächer steigt und die terrassenecke für einen draussencaffè wärmt, die lieb ich ganz besonders.

sie vertreiben mir die winterdüsternis aus kopf und seele, locken mich nach draussen ganz real und in gedanken, pläne schmiedend und tätigwerdend, und schenken mir soviel energie durch ihr licht und leuchten, daß mir das herz schier überläuft vor freude und dankbarkeit.

Dienstag, 13. Februar 2018

geduld nur, geduld...

strahlend blauer himmel lud mich heute ein, nach der arbeit meinen sojacino trotz frost auf der terrasse zu trinken. und kaum saß ich da, warm eingemuckelt, die augen geschlossen und die nase der sonne entgegengereckt, hörte ich sie von fern: kraniche! ein großer schwarm zog übers haus gen nordost und ließ sein krächzen noch lange hören. wie wunderbar.

nach dem ersten amselgesang vorletzte woche, den ersten blüten, die hier und da zu sehen sind (schneeglöckchen, krokusse, kornelkirsche) und den deutlich länger werdenden tagen ist das ein weiterer frühlingsvorbote. so wie es heute war, hell und klar und knackig kalt, so hab ich februar am liebsten, so gehört das. ich genieße den winter, jetzt wo er endlich da ist, es dauert doch so lang bis er dann wiederkommt!

oh, vor allem dieses licht! nachdem es viel zu lang grau war und der lichtmangel eine unschöne stimmung in mir entstehen ließ, wenig belastbar, kraftlos, pessimistisch, bin ich im licht sofort wieder besser gelaunt und voller tatendrang. so macht es auch wieder freude draussen zu sein, was dann die gute laune nochmehr steigert (hallo vitamin d und sauerstoff!). heute blieb ich nach dem caffè gleich draussen sitzen und habe geschnitzt, und jetzt gleich geh ich noch raus und häng die wäsche ab - barfuss auf der gefrorenen wiese. von mir aus kann das noch eine weile so bleiben.

hab es gut, genießt eure tage!

Mittwoch, 7. Februar 2018

#2018sve

seit wochen wurschtele ich an kleinen nettigkeiten zum secret valentines exchange 2018, für den ich mich anmelden konnte. das erste mal mache ich so ein internet-wichteln mit, und ich bin so gespannt!

da ich nicht bei instagram bin bzw dort keine bilder posten kann, lasse ich hier einen kleinen blick aufs päckchen, bevor es auf die reise ging. meine tauschpartnerin lebt in den usa, und ich hoffe sie freut sich.

(in die rote herzchendose kamen selbstgemachte schokoladenherzen aus zartbitter, cranberries, cornflakes und einer spur piment d'espelette.)

Samstag, 20. Januar 2018

wir haben es satt - in berlin und anderswo

in berlin fand heute wieder die jährliche große bundesweite demo gegen agrarindustrie, massentierhaltung und chemokeule statt, für eine ökologisch orientierte landwirtschaft und bäuerliche kleinbetriebe. zehntausende menschen waren dort und protestierten zeitgleich zur eröffnung der agrarmesse.

wir konnten, auch aufgrund der entfernung, leider nicht in berlin sein. stattdessen unterstützen wir jetzt ganz praktisch einen kleinbäuerlichen demeterhof, indem wir heute bei der gründung einer solidarischen landwirtschaft (solawi) dabei waren. endlich! seit jahren wünsche ich mir das, doch es gab hier in erreichbarer nähe keine möglichkeit. nun hat einer meiner beiden lieblingsbiohöfe sich umstrukturiert. ein generationenwechsel fand statt, der hof wird nun von einer jungen hofkooperative betrieben, und sie haben beschlossen, auf der basis einer solawi zu arbeiten.

mitglieder einer solawi finanzieren mit einem festen monatlichen beitrag einen teil der betriebskosten eines biohofes und ermöglichen der betriebsgemeinschaft so bessere planbarkeit und geben sicherheit gegen ernteausfälle. dafür bekommen wir einen wöchentlichen ernteanteil, je nachdem was grad da ist (im frühjahr weniger, im herbst mehr). die lebensmittel werden so eines preises enthoben und bekommen wieder einen wert. außerdem reduzieren sich verpackungen gegen null und die waren sind absolut regional. und auch wenn ich vegan esse, kann ich damit leben, daß der hof tiere hält und schlachtet, denn es ist ein demeterhof, auf dem die tiere es so gut wie nur möglich haben (mutterkuhgebundene kälberaufzucht, kühe mit hörnern,  freilauf für alle, keine hochleistungstiere...; "das wichtigste ist nicht die leistung, sondern daß es dem tier gut geht", sagte eine bäuerin heute.)

ich war die ganze woche sehr vorfreudig auf den heutigen tag und dann heute ganz erfüllt trotz kalten füßen und riesenmatsche. so eine große gruppe (über 1o0 teilnehmende), so unterschiedliche menschen, alle geeint in der idee den hof zu unterstützen. wow. die höflerInnen haben den tag super gut vorbereitet, extrem gut strukturiert mit perfektem zeitplan. es gab eine hofführung, mittagssuppe, viele informationen, ein mitbringkuchenbuffet, zeit für fragen und sich in verteilgruppen zu organisieren. ich freu mich auf das jahr mit dem hof, auf die mitarbeitstage und auf unsere gemüseanteile.

mehr zur solidarischen landwirtschaft findet ihr auf der seite des netzwerkes solidarische landwirtschaft. dort gibt es auch informationen zu den standorten, vielleicht auch in eurer nähe!

Freitag, 12. Januar 2018

"beeing blessed"

schaut und hört mal hier.
nicht ganz meine musik, aber der text ist so gut.

zudem sind das auch noch drei lokale besonderheiten: die beiden musiker ROMI, und gedreht ist das video auf der nordbahntrasse, einer zum innerstädtischen rad- und fußweg ausgebauten ehemaligen bahntrasse.

Donnerstag, 4. Januar 2018

zum neuen jahr

"the year is done. i spread the past three hundred sixty-five days before me on the living room carpet.

here is the month i decided to shed everything not deeply committed to my dreams. the day  i refused to be a victim of the self-pity. here is the week i slept in the garden. the spring i wrung the self-doubt by its neck. hung your kindness up. took down the calendar. the week i danced so hard my heart learned to float above water again. the summer i unscrewed all the mirrors from their walls. no longer needed to see myself to feel seen. combed the weight out of my hair.

i fold the good days up and place them in my backpocket for safekeeping. draw the match. cremate the unnecessary. the light of the fire warms my toes. i pour myself a glass of warm water to cleanse myself for january. here i go. stronger and wiser into the new."



ich genieße die ruhige zeit zwischen den jahren sehr. keine termine, keine pläne, kaum aktivitäten, viel zeit zum sitzen und lesen und schauen und räuchern und stricken und gedanken ziehen lassen. unbequeme gedanken, wahrheiten nicht wegdrängen lassen vom gedröhne des alltags, sondern zulassen. annehmen was ist, wie es ist, auch wenn es dem ideal und wunsch manchmal weit entfernt scheint. es ist mein leben, es ist so wie es ist durch mein zutun. oder lassen. im guten wie im schlechten (danke, l.).

dem text von rupi kaur folgend habe ich so einige gefaltete tage in meiner hosentasche. das vergangene jahr war ein gutes, hat mir viel gegeben, möglichkeiten eröffnet. ich bin näher bei mir und auf dem weg mein herz zu öffnen. und ich bin sehr dankbar, hier in diesen zeiten zu leben, in frieden und sicherheit und bescheidenem wohlstand.

nun komme was will.
sei willkommen.

(feuerschale beim wintersonnwendritual)

Dienstag, 14. November 2017

ein zweites leben für tetrapaks

im letzten eintrag zu zerowaste/müllvermeidung schrieb ich ja von meinem hauptmüllberg, den tetrapaks. um diese vor dem wegwerfen nach möglichkeit weiterzuverwenden, nehme ich sie zb als aussaat- und anzuchtboxen für meine gemüsepflänzchen. dazu schneide ich entweder den unteren teil als würfel zu oder aber lege sie hin und schneide nur in die dann obenliegende eigentliche queerseite eine große öffnung. der deckel bleibt drauf, hinein kommt aussaaterde, mehrere nebeneinander auf ein altes tablett oder backblech und das ganz auf die fensterbank. nicht schön, aber funktional.

letztes jahr habe ich dann bei der dramaqueen eine tolle recyclingidee für tetrapaks gesehen. dort erfuhr ich, daß sich durch kneten unter zuhilfenahme von wasser das material in zwei lagen teilen läßt. die innere seite vieler tetrapaks ist silbern beschichtet, und nach dem auseinanderziehen der beiden lagen ist eine pappbrau/silbern. das paßt sehr schön zusammen, und die silberfarbige seite hat durch das kneten viele knitter und erinnert an altes aluminium oder blech. tetra-papp. ich wollte sofort sachen draus machen! das erste stück wurde eine von der großen tochter viele wochen benutzte butterbrottüte, die war zwar etwas schmal, aber ok. leider löste sich die verklebung irgendwann, und weil u*u+co nicht so wirklich das ist was ich gern in der nähe von lebensmitteln habe, gab es keine nachfolgetüte.

dann fand ich - in der winterausgabe der handmade kultur, glaube ich - die anleitung für deko-sternenbälle. es machte klick in meinem kopf und ich wußte, die müssen aus dem tetra-papp sein! sie sind sehr schön geworden, nur ein bißchen mühsam zu kleben, weil nur kleine flächen für die verbindung zur verfügung stehen. (ich verweigere die verwendung von heißkleber. was sich nicht mit normalem kleber kleben läßt soll halt nicht geklebt werden, finde ich, da müssen dann andere befestigungsmethoden her. ist so ne marotte von mir...) sie sind super schön geworden und hängen in mehreren größen immer noch in unserem treppenhaus, obwohl sie nur als winterschmuck gedacht waren...
gerne hätte ich auch origami-kraniche draus gefaltet, aber bei denen erscheint nur eine materialseite aussen, das finde ich ein bißchen langweilig, mir fehlt da die spannung der materialgegensätze (glatt/rauh und braun/silber).

und dann fand ich, wieder bei der dramaqueen, eine origamianleitung für schälchen, und auch die mussten aus tetra-papp sein, fand ich. sie sind ein bißchen kniffelig zu falten, aber so schön! sie eignen sich ganz wunderbar für teelichte, am besten in glashüllen, das gibt fein funkelndes licht. gut sind sie auch für schnabbeleien, als sammelschalen für diesunddas oder auch als wollknäulschüssselchen. bilder hab ich grad nicht bzw keine zeitundlust sie auf den rechner zu überspielen. die gibts dann morgen, versprochen.

ich spare mir übrigens den größten teil der kneterei dadurch, daß ich die leeren tetras oben aufschneide und einmal kopfüber in der spülmaschine mitlaufen lasse. dann lassen sich die beiden schichten ganz einfach voneinander trennen. nur geknittert sieht es dann nicht aus, aber das läßt sich in diesem zustand viel leichter bewerkstelligen :-)) .